Archive for Oktober, 2012

Genossenschaften und soziale Bewegungen

Montag, Oktober 22nd, 2012

Veranstaltung mit dem Biocollective aus Berlin
Di, 30.10.2012 um 19:30 Uhr

am Beispiel des Biocollective in Griechenland

Nach einer Einführung zur Situation in Griechenland und zu verschiedenen Selbsthilfe- Ansätzen wird als ein Beispiel das Biocollective auf Kreta vorgestellt. Es organisiert wirtschaftliche Selbsthilfe und gesellschaftliche Solidarität, indem die Mitglieder auf brachliegenden Olivenhainen ernten, und damit sowohl selbst Geld verdienen, als auch zum Beispiel Streikende unterstützen.

Veranstaltet wird der Abend vom NETZ für Selbstverwaltung und Kooperation Berlin-Brandenburg e.V, in Kooperation mit CONTRASTE – Monatszeitung für Selbstorganisation, Redaktion Berlin, Netzwerk Selbsthilfe und ZdK – Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften.

Weitere Termine der „Veranstaltungsreihe zum Internationalen Jahr der Genossenschaften 2012″ .

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Freitag, Oktober 12th, 2012

HELLERAU – EUROPÄISCHES ZENTRUM DER KÜNSTE DRESDEN
Karl-Liebknecht-Strasse 56
01109 Dresden
www.hellerau.org

Temporäres Denkmal für Johann „Rukeli“ Trollmann
Deutscher Meister im Halbschwergewicht, 1933
20.10.- 16.12.2012

Ein Werk der Künstlergruppe BEWEGUNG NURR in Kooperation mit workstation Ideenwerkstatt Berlin e.V.

Einweihung des Denkmals am Freitag, dem 19. Oktober 2012 um 18 Uhr durch Rita Vowe und Manuel Trollmann (Tochter und Großneffe Johann Trollmanns).

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (Dr. Tanja Vonseelen/ Hrsg.) mit Textbeiträgen von Dr. Silvio Peritore, Dr. Roger Repplinger und Sophia Schmitz. Katalog Online Download unter trollmann.info

Die BEWEGUNG NURR (Alekos Hofstetter/Christian Steuer/Florian Göpfert) wollen mit ihrer Installation bestehend aus einem stählernen Boxring mit Betonoberfäche ein temporäres Denkmal für einen außergewöhnlichen sinto-deutschen Boxer schaffen, dem aufgrund seiner ethnischen Wurzeln im Nationalsozialismus Erfolg und sozialer Aufstieg versagt blieben. Entrechtet und ausgegrenzt, verlor Johann Trollmann schrittweise seine Existenzgrundlage, wurde 1942 im KZ Neuengamme inhaftiert und 1944 im KZ Wittenberge ermordet.

Die über eine Ringecke abgesenkte Boxringskulptur 9841 – der Titel greift die Häftlingsnummer Trollmanns aus dem KZ Neuengamme auf – übersetzt in originaler Größe die soziale und politische Gefährdung, die Trollmanns Leben beherrschte, in ein dreidimensionales Objekt. Die schräge Ebene des Boxrings garantiert keinen Halt mehr, so wie die brutale Diffamierung „nicht-arischer“ Menschen im Dritten Reiches Trollmann sukzessive in den Abgrund von Rechtlosigkeit und Verfolgung zog. Er verlor nicht nur seinen rechtmäßigen Anspruch auf den sportlichen Titel des deutschen Meisters im Halbschwergewicht, sondern auch – und mit ihm viele „nicht-arische“ Sportler – sein Leben.

Erst im Jahr 2004 wurde Trollmann posthum der Titel des Deutschen Meisters im Halbschwergewicht vom Berufsverband Deutscher Boxer wieder zuerkannt, seine Heimatstadt Hannover benannte bisher nur einen Fußgängerweg nach ihm. Mit der Skulptur 9841 soll das Schicksal Trollmanns wieder in den öffentlichen Fokus gerückt werden.

http://www.nurr.net/

Massenstreik und Schießbefehl

Donnerstag, Oktober 4th, 2012

Buchvorstellung und Diskussion mit dem Autor Dietmar Lange
Mi, 17.10.2012 um 19:30 Uhr

Generalstreik und Märzkämpfe in Berlin 1919

In der historischen Erinnerung an die Revolutions- und Nachkriegsgeschichte 1918/19 in Berlin sind zumeist nur die Ereignisse aus den Novembertagen 1918 und der sogenannte „Spartakusaufstand“ vom Januar 1919 präsent. Steht das Erste für den Sturz der Monarchie, so das Zweite für das Scheitern der sozialistischen Revolution in Deutschland und die Ermordung ihrer beiden prominentesten Vertreter, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.

Jedoch kam es nur kurze Zeit später, im März 1919, zu einem Generalstreik in der deutschen Hauptstadt, in dessen Zuge sowohl die sozialrevolutionären Bestrebungen als auch die militärische Gegenrevolution erst ihren Höhepunkt erreichten. Eingebettet in einer landesweiten Streikwelle versuchten die im November entstandenen Arbeiterräte die Ausweitung ihres Einflusses in den Betrieben und Verwaltungen sowie die Einleitung der Sozialisierung gegen die gleichzeitig in Weimar tagende Nationalversammlung durchzusetzen. Die Reaktion bestand im bis dahin größten militärischen Einsatz in Berlin, der in einem ungeheuren Blutbad in den Arbeitervierteln der Stadt endete, welches selbst noch die Kämpfe im Januar in den Schatten stellte.

Der Autor Dietmar Lange wird zusammen mit dem Förderverein für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung sein Buch vorstellen und auf die Geschichte der sozialen Massenbewegung nach dem 1. Weltkrieg in Berlin eingehen.